Konzerte und Veranstaltungen 2016

 

  • 20.03.16: "Sanctus, Sanctus, Sanctus", Bad Soden
  •   2.10.16: Konzert des Vocalconsort Frankfurt: "Ave maris stella", Basilika St. Valentin, Kiedrich
  •   3.10.16: Konzert des Vocalconsort Frankfurt: "Ave maris stella", St. Katharina, Bad Soden

 

Vocalconsort Frankfurt begeisterte mit Abschlusskonzert der 11. Mendelssohn Tage der Musik

 

Gut gefüllt war die katholische Kirche St. Katharina am Abend des 3. Oktober 2016. Zum Abschluss der Mendelssohn Tage der Musik hatten die Freunde der Kirchenmusik in Zusammenarbeit mit der Bad Sodener Musikstiftung Jürgen Frei und der Stadt Bad Soden das Vocalconsort Frankfurt unter der bewährten Leitung von Tobias Landsiedel engagiert. Sie wurden virtuos begleitet von Sylvia Demgenski am Violoncello und Michael Loos an der Orgel.

 

Die Zuhörer bekamen ein außergewöhnliches Programm zu hören. Passend zum Marienmonat Oktober ertönte Claudio Monteverdis Marienvesper. Monteverdi galt seinerzeit schon als Avantgardist. Tobias Landsiedel hat an die Stelle der zwischen den einzelnen Psalmen vorgesehenen Concerti jeweils zeitgenössische Kompositionen von Britten, Gjeilo, Pärt etc. gestellt, die im Wortlaut jedoch den Concerti entsprechen. So entstand ein großer Spannungsbogen zwischen alter Musik und zeitgenössischen Werken, der das Publikum gefangen nahm. Von verstörenden Blicken bis zu entzückender Freude reichte das Spektrum des Duetts von Orgel und Cello bei Zsolt Gardonyis Variationen über ein ungarisches Kirchenlied. Lang anhaltende Ovationen beschlossen den musikalisch bereichernden wie qualitativ hochwertigen Auftritt der 16 Sängerinnen und Sänger und der beiden Instrumentalisten.

 

Unser besonderer Dank gilt Tobias Landsiedel für die Auswahl und das Einstudieren dieses außer-gewöhnlichen Programms.

 

 

"Sanctus, Sanctus, Sanctus"

 

Als Einstimmung auf die Karwoche wurden drei "Sanctus"-Vertonungen von Palestrina, Fauré und Rydman gesungen, darüber hinaus erklangen Chorwerke von Haydn, Schütz und Bach. Abgerundet wurde das Programm durch Orgelwerke von Bruhns und Mendelssohn.

 

Bad Soden. Sehr kurz fiel die Probenphase aus, dafür umso intensiver. Etwas mehr als einen Arbeitstag benötigte das Vocalconsort Frankfurt, das facettenreiche Konzert am Abend des Palmsonntags vorzubereiten, wie Dirigent Tobias Landsiedel vor der Zugabe berichtete.

Vorzügliche Qualität

Von einem Ritt über den Bodensee ließ sich indes nicht sprechen angesichts der vorzüglichen Qualität der Vorträge unter der weiten Dachwölbung der katholischen Kirche St. Katharina. Von ein, zwei leichten Unsicherheiten abgesehen, überzeugten die acht Sängerinnen und Sänger durchweg mit klarer, schwereloser Stimmführung, präziser Deklamation der Texte, feinschraffierten Zwischentönen, sicherem Stilgefühl, optimal austariertem Stimmgewicht.

Zurück ins 16.Jahrhundert

So fühlte man sich beim Erklingen des „Sanctus“, dessen Text das Hosanna des Einzugs in Jerusalem enthält, und „Benedictus“ aus der „Missa Papae Marcelli“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina zurückversetzt in die Mitte des 16. Jahrhunderts, als dieses Wunderwerk vokaler Mehrstimmigkeit entstand. Weich fließend, beseelt, beredt bot das Ensemble diese Ausschnitte, als lebendig durchpulste, in sich schlüssige Organismen. Auf einer Stufe standen Qualität des Werks und Qualität der Deutung. Das ließ sich schon über das erste Gesangswerk feststellen, „Sanctus“ und „Agnus Dei“ aus einer Messe des 1969 geborenen schwedischen Jazzsängers und Komponisten Patrick Rydman.

Dessen spannungsreich angeschärfte Harmonik arbeitete das Sängerensemble präzise heraus. Juwelengleich funkelten das „Ehre sei dir“ von Heinrich Schütz sowie die Johann Sebastian Bach zugeschriebene Motette „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“. Aber auch Michael Haydns „Christus factus est“ und Giacomo Antonio Pertis „Adoramus te, Christe“ besaßen dank feinsinniger Ausleuchtung starke Strahlkraft.

Den Gesangsstücken voran ging Nikolaus Bruhns’ Präludium e-moll. Das gestaltenreiche Vorspiel im „Stylus phantasticus“ fügte Landsiedel an der Orgel zu einem spannungsvollen Kaleidoskop. Die einzelnen Abschnitte dieser quasi improvisierten Phantasie färbte er treffend aus, achtete dabei auf Durchsichtigkeit und saubere Kontur. Schön verschattet stellte der als Dirigent wie als Organist gleichermaßen kompetente Interpret den Einleitungssatz der zweiten Orgelsonate c-moll opus 65/2 von Felix Mendelssohn Bartholdy in den Raum. Die beiden nachfolgenden Abschnitte, darunter die Schlussfuge, ließ er glänzen, ohne jedoch ins vordergründig Effektvolle abzugleiten.

Seraphischer Abschluss

Seraphisch schloss das etwas über einstündige Konzert. Sowohl Gabriel Faurés leises, gleichsam innerlich jubelndes „Sanctus“ aus dem Requiem als auch die Zugabe „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ aus dem Mendelssohn-Oratorium „Elias“ riefen bei den Zuhörern Bilder entrückter paradiesischer Heiterkeit hervor. Langer, starker Beifall für den Chor und seinen exzellenten Leiter.